Notebook-Kauf – Lieber mehr Zeit investieren (Ursprungsbeitrag aus dem Jahr 2012)

Bevor man sich mit dem eigentlichen Notebook-Kauf beschäftigt, ist es wichtig sich über den Nutzen und die Risiken bewusst zu werden. In den meisten Fällen ist ein Notebook ein unnötiger Luxus und einfach nicht praktikabel. Zu allererst muss man sich die Frage stellen, wie oft man einen mobilen Rechner benötigt. Der Faktor Preis-Leistung ist bei einem Notebook schlechter als bei einem Desktop-System. Man büßt für die Mobilität an anderer Stelle Komfort ein. So wurde an zahlreichen Heimarbeitsplätzen zum Notebook ein externen Monitor, eine Tastatur und eine Maus angeschlossen. Das Notebook wird dann in den seltensten Fällen mit auf das Sofa genommen, nicht nur, weil ein Abkoppeln der Kabel zu umständlich ist, das Arbeiten auf dem Sofa erfolgt nicht konzentriert, die Störfaktoren sind immens. Und so hätte sich eine Workstation bezahlt gemacht. Ein Desktop-Computer bietet einige Vorteile. In der Regel ist die Lebensdauer einer solchen Maschine deutlich höher, da die Wärmeabfuhr besser organisiert ist. Dadurch können moderne Systeme geräuschärmer gebaut werden als Notebooks, die zwar nicht die Lautstärke eine Jumbojets erreichen, aber im Betrieb hörbar ihre kleinen Lüfter bewegen. Und wenn nicht ständig, dann doch regelmäßig. Ein Komponententausch wird bei einem Notebook zu einer fast unlösbaren Aufgabe für einen Laien und eine Verbesserung der Performance durch Aufstockung der inneren Werte gestaltet sich wesentlich schwieriger und kostenintensiver. Die Lebensdauer eines Notebooks liegt deutlich unter dem zu erwartenden Alter eines Standard-PCs. Also muss man sich vor dem Kauf fragen: Brauche ich ein Notebook?
Wenn die Entscheidung nun auf ein Notebook fiel, dann kommen die nächsten schwierigen Fragen. Zunächst einmal kann man sich mit technischen Daten auseinandersetzen und die Preise vergleichen. Aber Umgebungsvariablen wie Service, Garantie und Support dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Ein persönlicher Tipp: Business-Geräte kosten zwar etwas mehr, aber Sie besitzen fast alle ein entspiegeltes Display und einen separaten Nummernblock im Tastaturlayout. Sie sind in der Regel stabiler, gerade mechanisch beanspruchte Teile, wie die Displayscharniere, sind hochwertiger verbaut. Laut einer Studie eines großen Servicedienstleisters haben etwa 20 Prozent der Consumer-Notebooks nach zwei Jahren einen Defekt, bei den Business-Geräten sind es dagegen nur etwa 10 Prozent. Preislich kommt man an Onlineshops nicht vorbei. Es gibt hin und wieder sehr tolle Angebote bei Discountern oder Fachhändlern, gerade Palettenware und bundesweite Aktionen bieten einen guten Preis. Man muss jedoch sehr gut vergleichen, denn verschenkt wird nichts. Während man vergleichsweise im Fachmarkt gut umsorgt wird und eine Reihe an Dienstleistungen abgenommen wird, wie zum Beispiel der Versand zum Hersteller im Garantiefall, so muss dies bei Onlinehändlern in der Regel selbst erledigt werden. Ein Fachhändler kann auch mal Kulanz zeigen und eine um drei Wochen verstrichene Garantie trotzdem gewähren, über die Beratungsleistung brauchen wir hier keine Zeile verlieren. Die Entscheidung über den Kauf trägt jeder selbst und ist sicherlich auch abhängig vom Geldbeutel und von der eigenen EDV-Kompetenz. Die Frage lautet also: Traue ich mir genug Kompetenz zu und vertraue ich dem Produkt?
Die technischen Details der Notebooks verändern sich ständig, die Entwicklung wird immer weiter vorangetrieben. Dies macht es schwer genaue Empfehlungen zu geben. Zuerst muss man sich im Klaren sein, welche Anforderungen das Notebook haben soll. Zum Surfen auf der Couch reicht ein Netbook, da es sehr handlich ist und meist eine lange Akku-Laufzeit bietet. Beim Chatten wird es schon wieder schwieriger, da die Tastatur klein ist und die Tasten schmal. Auch ist die Displaygröße
sehr klein, sodass es ermüdend ist viel Text zu lesen. Für Office-Anwendungen reichen günstige Notebooks, diese haben jedoch Schwachstellen und sind teilweise kurz vor der Ausmusterung, sodass sie wachsenden Anforderungen nicht gewachsen sind. Die entscheidende Frage: Welche Anforderungen werden an das Notebook gestellt?
Wie bereits angesprochen ist es fast unmöglich detaillierte Empfehlungen zu geben. Es ist hilfreich sich beim Fachhändler von einigen Geräten einen Eindruck zu verschaffen. Ein spiegelndes Displays sieht zwar gut aus und in perfekten Situationen ist das Bild toll, aber es herrschen selten die optimalen Bedingungen. Ein mattes Displays sollte die erste Wahl sein. Eine Grafikkarte mit eigenem Speicher ist auch immer zu empfehlen, wenn sie dann noch von der Hauptplatine abgekoppelt ist, dann kann sie im Fehlerfall leichter ausgetauscht werden. Ob man einen separaten Nummernblock will, ist Geschmackssache. Viele Buchhalter machen es sich damit leichter, wird aber wirklich damit gearbeitet, so ist eine angeschlossene Tastatur fast Pflicht, da die Haptik der Notebooktastatur nicht an eine externe herankommt. Die Scharniere des Notebooks müssen unbedingt stabil sein und die Arretierung des Displays im zugeklappten Zustand darf kein anfälliger Kunststoffverschluss sein. Oft findet man hierzu Erfahrungsberichte in Foren im Internet. Auch die Lautstärke der Lüfter ist subjektiv und nur ansatzweise durch Recherche im Internet herauszubekommen. Wenn man Glück hat, kann man mehrere Geräte unter Volllast im Laden testen. Aber dies wird nur wenigen vergönnt sein. Aber eine tiefgreifende Überprüfung lohnt sich. Oft kommt es vor, dass einfache Dinge nachher zu Problemen führen. Die Hersteller gehen manchmal einen einfachen Weg oder legen mehr Wert auf Optik statt auf Funktionalität. In der Praxis muss man beispielsweise die Lage der USB-Anschlüsse und den Anschluss für das Netzteil beachten. Ein Lüfterausgang ist manchmal schlecht platziert und bläst einem die Dokumente vom Tisch oder direkt gegen die Maus. Große Leute haben mit Notebook Probleme, bei denen sich das Display nur um 120 Grad öffnen lässt, wenn man es auf dem Schoß bedienen will. Die Prozessorfrage stellt sich vielen in zweierlei Hinsicht. Welcher Hersteller wird bevorzugt und wie dimensioniert soll er gekauft werden. Die Herstellerfrage lässt sich meistens nur mit dem Geldbeutel klären, denn die Geschwindigkeit ist mal bei einem Hersteller im Vorteil, mal bei einem anderen. Auch hier heißt es Foren besuchen und den Markt vergleichen. Meist gibt es drei Kategorien, die sich in einen unteren Bereich für z.B. Office-Anwendungen und Internetapplikationen, einen mittleren für anspruchsvollere Software und einen gehobenen für Spiele und richtig anspruchsvolle Software wie CAD-Programme unterteilen. Übrigens verhält es sich bei der Ausstattung der Grafikkarte genauso. Es gibt zwei führende Hersteller und man kann grob drei Bereiche unterteilen. Die Ausstattung des RAM-Speichers und der Festplattenkapazität ergeben sich meist durch das Angebot. Die Preise sind mittlerweile so günstig, dass ein normaler Benutzer mit den derzeitigen marktüblichen Komponenten gut auskommt. Es ist selten der Fall, dass eine sehr gute Grafikkarte eingebaut ist, die Spiele flüssig darstellen könnte, der RAM-Speicher aber vier Jahre hinterher läuft. Mittlerweile stellt sich auch die Frage des Betriebssystems. Im Unternehmen ist ein Windows 7 fast schon Pflicht. Microsoft-Office-Pakete gibt es nur für Windows und für MacOS, und dieses ist in Unternehmen zum korrekten Datenaustausch unabdingbar. Zumindest in den meisten Fällen, denn OpenSource- und Freeware-Programme haben aufgeholt, bieten aber gerade im Office-Umfeld noch gravierende Nachteile wenn es um Konvertierung von Dokumenten geht. Branchensoftware ist oft nur für die Windows-Betriebssysteme entwickelt, sodass es kaum Spielraum gibt. Natürlich kann man gerade im CAD-Bereich auch auf MacOS, die Betriebssystemreihe von Apple zurückgreifen. Professionelle Software ist für den Mac entwickelt oder zumindest darauf portiert. Für den Benutzer daheim reicht oft ein kostenloses Office-Paket und ein aktueller Browser, sodass auch Linux-Derivate zum Einsatz kommen können.


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