Monitor-Auswahl (Urfassung aus dem Jahr 2013)

Wenn es doch so einfach wäre… Wie schon beim Notebook-Kauf gibt es auch beim Monitorkauf so manche Hürde. Denn bei den aktuellen Flachbildschirmen muss man beachten, dass die native Auflösung gesetzt ist. Ein heruntersetzen der Auflösung ist ein absoluter Qualitätsverlust. Wer also blind kauft, der hat nachher seine Probleme.
Die erste Entscheidung, die man treffen sollte, ist die der Display-Oberfläche. Spiegelnde Oberflächen bieten zwar einen hohen Kontrast, allerdings spiegeln sich Fenster oder sonstige Lichtquellen sehr stark darin. Es gibt mittlerweile hauptsächlich matte Displays, aber der Unterschied sollte im Geschäft schon erkundet werden. Das Testen im Geschäft ist prinzipiell zu empfehlen, da die Monitore auch dem Preisverfall erlegen sind und dies oft durch Qualitätseinbußen bezahlt wird. So haben einige Monitore ein recht blasses Bild, das sich nur schwer über manuelle Einstellungen korrigieren lässt. Nun aber zum wichtigsten Punkt. Die Größe und die Auflösung sind das wichtigste, das man beachten und sich wirklich gut überlegen sollte. Mittlerweile sind 22-Zoll- und sogar 24-Zoll-Monitore Standard. Diese sind sehr groß und nehmen einen nicht unerhebliche Teil des Schreibtisches ein. Etwa 53 cm werden in der Breite bei einem 24-Zoll-Gerät benötigt, das ist erst mal eine Hausnummer. 4:3-Verhältnisse sind unüblich und ich werde nicht darauf eingehen, denn es ist fast egal, ob man ein 16:9- oder 16:10-Verhältnis nimmt. Sie haben beide Vor- und Nachteile, die in der Software ausgeglichen werden, auf das Arbeiten aber kaum Auswirkungen haben. Nun sind bei solch großen Geräten für den Office-Bereich Auflösungen aber im Bereich 1600×1080 Pixeln üblich (ich vernachlässige hier bis zu 100 Pixel mehr oder weniger). FullHD-Auflösungen im Bereich 1920×1080 Pixel sind auch gerne gesehen, sorgen aber dafür, dass z.B. Schrift auf der gleichen Fläche kleiner dargestellt wird. Das wird für viele unleserlich. Zwar gibt es seit Windows 7 eine, für meinen Geschmack, gute Vergrößerung der Schriften und Symbole, allerdings sind nicht alle Programme so programmiert, dass sie alle Einstellungen, Fenster, Positionen etc. korrekt anpassen. Also gilt es auch hier vorher: testen. Als Anmerkung nebenbei: Die Grafikkarte unterstützt unter Umständen eine hohe Auflösung gar nicht oder nur durch ein Update des Treibers. Und selbst dann werden einige Rechner, vor allem Notebooks mit einem externen Monitor, mit der Darstellung überfordert sein und diese öffnen Fenster nur verlangsamt oder geben Videoinhalte nur mit Rucklern wieder. Die Anschlüsse dürfen nicht vergessen werden, nicht jeder Rechner hat nicht jeden Anschluss und ein Adapter kann teuer werden oder einen Qualitätsverlust bedeuten (siehe separaten Abschnitt).
Beim Preis und beim Platz muss man noch weiteres beachten. Nicht jeder Bildschirm hat Lautsprecher integriert. Es gibt zwar ausreichende Lautsprecher ab 10 Euro (mindestens 30 Euro sollten aber investiert werden), die nehmen aber wieder Fläche für sich in Anspruch. Lautsprecher, die man am Monitor befestigen kann oder unter dem Monitor platziert werden können, kosten meist etwas mehr. Und manche ärgern sich darüber, dass diese mit einer separaten Stromzufuhr bedient werden müssen – mit separatem Ein-/Ausschalter. Das nervt den einen oder anderen doch. Der Vorteil liegt hier natürlich in der besseren Lautstärkeregelung, dem satteren Klang und meist der Möglichkeit die Bässe und Höhen zu regulieren.
Den ein oder anderen interessieren noch andere Funktionen an Monitoren. So sind höherpreisige Geräte oft mit höhenverstellbaren Ständern versehen. Da entfällt dann ein Monitoruntertisch (der natürlich auch praktisch sein kann). Eine Pivot-Funktion kann auch nutzen, also das Drehen des Bildschirms um 90 Grad. Kommt z.B. bei Zweitmonitoren in der Buchhaltung zum Tragen, daheim dafür weniger.
Generell lohnt es sich Online-Foren und Bewertungsportale zu durchforsten. Hier kommen oft Probleme zum Ausdruck, die man vorher nicht sieht. Einige Geräte haben z.B. eine erhöhte Pixelfehleranzahl, teilweise erst Monate nach dem Kauf. Dies ist gesetzlich in gewisse Kategorien unterteilt und wird meist nicht als Reklamationsgrund anerkannt.

Bemerkung:
Ein VGA-Anschluss ist eine Art analoger Anschluss, der mit gewissen Qualitätseinbußen verbunden ist (nach meiner Erfahrung hält sich das mit dem richtigen Kabel aber in Grenzen). Man sollte auf DVI-Anschlüsse setzen, da hier eine Umrechnung entfällt und ein optimales Ergebnis erzielt wird. Allerdings gibt es unterschiedlich DVI-Stecker/-Buchsen. Neuere digitale Anschlüsse wie DisplayLink und HDMI sind noch nicht so verbreitet oder haben einen anderen Einsatzort und benötigen oft Adapter (z.B. überträgt HDMI auch Audiosignale und wird hauptsächlich bei Homecinema-Systemen eingesetzt, im PC-Bereich noch wenig). Digitale Anschlüsse sind wiederum in der Einstellung meist begrenzt, so können die Farben im Monitor-Menü oft nicht angepasst werden.


  • Gelungener Artikel.
    Man sollte sich aber bevor man den Monitor erst kauft darüber klar sein, für welche Zwecke man den Bildschirm benutzten möchte. Interessiert man sich eher für Bild- oder Videobearbeitung, sollte man darauf achten, dass der Monitor über ein IPN Panel und eine Auflösung von 4K (also 3840×2160 Pixel) oder zumindest WQHD (also 2560×1044 Pixel) verfügt. (Quelle: http://www.27zoll-monitor-test.de/ ). Das IPN Paneö ermöglicht eine farbtreue Darstellung.
    Möchte man den Monitor eher zum Zocken verwenden, sollte man darauf achten, dass er über eine geringe Reaktionszeit und eine hohe Bildwiederholfrequenz verfügt. Je nach Budget kann man sich auch noch für einen Monitor mit FreeSync entscheiden. Diese Funktion unterbindet die Schlierenbildung und macht das Spielgeschehen noch flüssiger.
    Gruß

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.